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Pferde der Wehrmacht - Heeresfeldwagen und bespannte Fahrzeuge.
So modern die deutsche Wehrmacht des Zweiten Weltkrieges auch war – in dieser kamen während des Krieges ingesamt 2,8 Millionen Pferde zum Einsatz.
Dies hatte repräsentative Gründe (Führungspersonal), aber auch taktische (z.B. Aufklärer) und selbstverständlich kriegswirtschaftliche (Kraftstoffersparnis).
Bei den berittenen Truppen unterteilte sich die Kavallerie in Infanterie- und Aufklärungsverbände. Diese blieben noch bis zum Ende des Krieges im Einsatz.
Als Zugtiere wurden Pferde für den Transport von Geschützen genutzt, die dafür teilweise in Einzellasten zerlegt wurden (z.B. in Rohr und Lafette). Bei rückwärtigen Diensten, dem Tross, waren pferdebespannte Fahrzeuge besonders häufig vertreten.
Nicht unbeachtet sollte die Tatsache bleiben, daß durch die Verwendung von Pferden zwar der knappe Kraftstoff eingespart werden konnte, dies aber andere logistische Probleme schuf, da erhebliche Mengen an Futter bereitgestellt werden mußte.
Doch nicht nur die Kraftstoffeinsparung war ein Argument für „Kamerad Pferd“: Gerade an der Ostfront, beim Durchqueren grundloser, schlammiger Pisten, zeigten sich bespannte Fahrzeuge häufig gegenüber Kraftfahrzeugen als überlegen.
Auf historischen Originalaufnahmen und damaligen Veröffentlichungen sah man sie häufig: Pferde in der Wehrmacht.
Sehr selten hingegen kann man dies heute bei Veranstaltungen erleben. Daher soll hier dem Verein HVCA ausdrücklich gedankt werden!
Die große Bedeutung des Pferdes für den militärischen Gebrauch läßt sich auch an den damaligen Dienstvorschriften ersehen. Das darin unter härtesten Bedingungen erarbeitete Wissen ist sicherlich auch heute noch für Liebhaber von Pferden lehr- und hilfreich.
Der leichte Heeresfeldwagen Hf. 1 geht auf eine Bauart von 1895 zurück, wurde zweispännig gefahren und hatte eine Nutzlast von 750 kg.
Der folgende Feldwagen trägt untypische Räder, die der zivilen Bauart entsprechen. Auch andere Details weichen von der regulären Gestaltung ab und lassen sich womöglich auf eine spätere Nachkriegsnutzung zurückführen.
Der Heeresfeldwagen 1 wurde für unterschiedliche Zwecke genutzt. Hier ist der Packwagen mit Feldschmiede zu sehen, Hf. 1/14.
Den Heeresfeldwagen 1 gab es auch mit Blattfederung, offiziell bezeichnet: "Leichter Feldwagen, gefedert (Hf. 1/1).
Der schwere Feldwagen Hf. 2 war für eine Nutzlast von einer Tonne ausgelegt und wurde mit vier Pferden bespannt.
Die Entwicklung des kleinen Feldwagens Hf. 3 wurde von Erfordernissen der Gebirgstruppen ausgelöst. Die Nutzlast betrug 600 kg.
Modern und fortschrittlich war der Stahlfeldwagen (Hf. 7). Irrtümlicherweise wird heute gerne behauptet, dieser wäre zu schwer gewesen - wahrscheinlich, weil man sich einbildet, eine durchdachte stählerne Konstruktion wäre schwerer als massives Eschenholz. Tatsächlich aber ist das Verhältnis zwischen Eigengewicht und Nutzlast besser als bei den althergebrachten Heeresfeldwagen. Problematisch war eher, daß der Hf. 7 (Leergewicht knapp über 1t) mit nur zwei Zugpferden gefahren wrden sollte, während für den Hf. 2 (Leergewicht 800 kg) noch die doppelte Anzahl von Pferden vorgesehen war!
Selten ist die Variante als Sanitätsfahrzeug.
Während des Krieges erwiesen sich die bisherigen Konstruktionen als zu aufwendig in der Fertigung, und im Fronteinsatz als zu schwer. Dies führte zur Entwicklung des wesentlich vereinfachten Feldwagen 43 (Hf. 6).
Für den Einsatz bei hohem Schnee, wie es sich als erforderlich im Ostfeldzug erwies, wurden auch Schlittenfahrzeuge entwickelt. Hier ein Heeresschlitten 1:
Auch der Infanteriekarren 8 (If. 8) ließ sich mit Pferdebespannung fahren.
Der Maschinengewehr-Wagen 36 bzw. Infanteriekarren 5 war mit zwei MG 34 in einer Zwillingsockellafette zur Flugabwehr ausgestattet.
Auch Feldküchen wurden meist von Pferden gezogen. Hier ist eine große Feldküche Hf. 13 zu sehen. Eine einzelne Rubrik zu den Feldküchen der Wehrmacht wird zu einem späteren Zeitpunkt folgen.
Um Feldküche oder Geschütz mit Pferden ziehen zu können, ist ein Vorderwagen - oder auch Protzwagen, kurz: "Protze" - erforderlich. Hier eine solche für die 10,5 cm leichte Feldhaubitze 18.
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